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Welche Kassensysteme gibt es? Die wichtigsten Arten im Überblick

Mobile Kasse, iPad-System, stationäres Terminal oder Cloud-Lösung – ein vollständiger Überblick über alle Kassensystem-Arten 2026 mit konkreten Empfehlungen für jede Betriebsgröße.

Level: Anfänger
Kategorie
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Anfänger
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9 Minuten
Thema
Kassensysteme

Aktualisiert am 20. Juni 2026

Welche Kassensysteme gibt es? Ein Überblick

Wer auf der Suche nach dem richtigen Kassensystem ist, stößt schnell auf eine verwirrende Vielfalt an Begriffen: mobile Kasse, iPad-Kasse, Cloud-Kasse, POS-System, Self-Checkout. Tatsächlich lassen sich praktisch alle Lösungen auf dem deutschen Markt in fünf Hauptkategorien einordnen. Wer diese Arten kennt, kann viel schneller filtern, welche Anbieter überhaupt in Frage kommen.

In diesem Artikel geben wir dir einen vollständigen Überblick über alle Kassensystem-Arten 2026, ihre typischen Einsatzgebiete, Vor- und Nachteile sowie konkrete Anbieter-Empfehlungen für jede Kategorie. Wer noch ganz am Anfang steht und sich fragt, was ein Kassensystem überhaupt ist und welche Grundfunktionen es bietet, findet bei uns dazu einen eigenen Einsteiger-Artikel.

Übersicht: Die 5 Hauptarten von Kassensystemen

ArtHardwareMobilitätPreisniveauTypischer Einsatz
Mobile KasseSmartphone + Kartenlesersehr hochsehr niedrigMarktstand, Foodtruck, Solo-Selbstständige
iPad-/Tablet-KasseiPad + Drucker + LademittelmittelCafé, Restaurant, kleiner Einzelhandel
Stationäres TerminalEigene Profi-HardwaregeringhochGroßgastronomie, Filialbetrieb
Cloud-KasseBeliebig (Web-basiert)hochmittelMulti-Store, Einzelhandel, E-Commerce-Anbindung
Hybrid-SystemLokale HW + Cloud-SyncmittelhochAnspruchsvolle Betriebe mit Offline-Anforderung

1. Mobile Kassensysteme (Smartphone-basiert)

Mobile Kassen sind die schlankste und günstigste Form. Sie bestehen praktisch nur aus einer App auf dem Smartphone oder Tablet plus einem kleinen Bluetooth-Kartenleser. Die Cloud-TSE ist meist direkt in den App-Anbieter integriert.

Stärken: Sehr niedrige Einstiegskosten (Hardware oft unter 50 €), praktisch keine monatlichen Fixkosten (transaktionsbasierte Abrechnung), maximale Flexibilität – die Kasse passt in die Hosentasche.

Schwächen: Begrenzte Funktionstiefe (keine echte Warenwirtschaft, keine komplexe Mitarbeiterverwaltung), Transaktionsgebühren summieren sich bei hohen Umsätzen, weniger geeignet für stationäre Betriebe mit hoher Frequenz.

Typische Anbieter: SumUp, PayPal Zettle, Stripe Terminal. Für Soloselbstständige und mobile Anwendungen wie Marktstände, Foodtrucks, Friseur-Hausbesuche oder Künstler bei Veranstaltungen ist diese Kategorie nahezu konkurrenzlos.

2. iPad- und Tablet-Kassensysteme

Diese Kategorie nutzt ein normales iPad (oder Android-Tablet) als zentrales Bedienelement. Drucker, Kassenlade, Kartenleser und Küchen-Display werden per Bluetooth, WLAN oder Kabel angebunden. Die App ist die eigentliche Kassensoftware.

Stärken: Modernes, intuitives Interface (Touch-Bedienung wie vom iPhone gewohnt), gute Skalierbarkeit (mehrere iPads parallel), regelmäßige Updates über App-Store, gute Schnittstellen zu Cloud-Diensten.

Schwächen: iPad-Hardware ist nicht für 24/7-Dauerbetrieb in rauen Umgebungen optimiert (Fett, Hitze, Stürze), Akkulaufzeit kann bei intensiver Nutzung knapp werden, manche Hersteller binden Hardware nur als Bundle.

Typische Anbieter: orderbird (spezialisiert auf Gastronomie), Lightspeed (Retail + Restaurant), Square, Hellotess. Wenn du einen vollständigen Vergleich der iPad-fähigen Kassensysteme suchst, haben wir dazu einen eigenen Artikel.

3. Stationäre Hardware-Terminals

Klassische Profi-Kassensysteme mit eigener, robuster Hardware – speziell entwickelt für den harten Dauerbetrieb in Gastronomie und Einzelhandel. Touchscreens sind fettresistent, Gehäuse staubdicht, Mainboards für 10+ Jahre Betrieb ausgelegt.

Stärken: Maximale Robustheit und Langlebigkeit, hohe Ausfallsicherheit auch ohne Internet (Hardware-TSE), tiefe Branchenanpassung, persönlicher Vor-Ort-Service über Fachhändler.

Schwächen: Höhere Anfangsinvestition (oft 1.500-3.000 € Hardware plus monatliche Lizenz), Bedienoberflächen wirken im Vergleich zu iPad-Apps weniger modern, Einrichtung erfolgt meist durch Fachhändler statt Self-Service.

Typische Anbieter: Vectron, Casio, Sharp, Toshiba TEC. Empfohlen für mittlere bis große Gastronomiebetriebe, Bäckereien, Filialisten und Betriebe, die Wert auf Hardware-Robustheit und persönlichen Service legen. Die Unterschiede zwischen Hardware- und Software-Kassen erklären wir in einem separaten Artikel ausführlicher.

4. Cloud-Kassensysteme

Cloud-Kassen speichern Daten zentral auf Servern des Anbieters. Die Bedienung kann über jedes Gerät mit Browser oder Anbieter-App erfolgen. Multi-Store-Auswertung und zentrale Steuerung sind die Hauptvorteile.

Stärken: Zentrale Auswertung über mehrere Standorte, automatische Software-Updates, hohe Skalierbarkeit, oft direkt mit E-Commerce-Plattformen verknüpft (Shopify, WooCommerce), keine eigene Server-Infrastruktur nötig.

Schwächen: Abhängigkeit von stabiler Internetverbindung (Offline-Modus oft eingeschränkt), Daten liegen beim Anbieter (DSGVO-Verträge prüfen), bei Anbieter-Insolvenz potentiell Datenverlust-Risiko.

Typische Anbieter: Lightspeed, Square, Erply, Helcim. Speziell für die Gastronomie und Lieferdienste hat sich mit SIDES eine cloudbasierte All-in-One-Plattform etabliert, die Kasse, provisionsfreien Webshop, eigene Bestell-App, native Lieferportal-Anbindung (Lieferando, Wolt, Uber Eats), Self-Order-Terminals und Küchenmonitor bündelt – stark vor allem für Franchise- und Multi-Store-Konzepte. Cloud-Lösungen sind besonders geeignet für Filialbetriebe, schnell wachsende Konzepte und Händler, die E-Commerce und stationäres Geschäft eng verzahnen wollen.

5. Hybrid-Systeme (Cloud + lokale Hardware)

Hybrid-Lösungen kombinieren die Vorteile beider Welten: lokale Hardware mit robustem Betrieb (auch offline), aber Synchronisation und zentrale Auswertung über die Cloud. Die TSE läuft lokal als Hardware-TSE, Reports und Multi-Store-Daten landen in der Cloud.

Stärken: Offline-Sicherheit der lokalen Hardware plus Cloud-Vorteile (zentrale Auswertung, automatische Backups, Filialvergleich), kein Total-Ausfall bei Internetstörung.

Schwächen: Höchste Komplexität in der Einrichtung, höhere Kosten als reine Cloud- oder reine Hardware-Lösung, erfordert oft Fachhändler-Beratung für die optimale Konfiguration.

Typische Anbieter: Lightspeed Restaurant Pro, Vectron mit bonVito, Hypersoft. Auch POSSUM gehört in diese Kategorie: ein All-in-One-System mit Hardware-TSE (Swissbit/Bundesdruckerei), das dank lokaler Datenbank zu 100 % offline-fähig ist und gleichzeitig DATEV-Anbindung mitbringt – mit integrierter Kartenzahlung (EC-Cash ohne separate Terminal-Fixkosten) eine echte Komplettlösung für Gastronomie, Handel und Dienstleistung. Empfohlen für anspruchsvolle Betriebe mit mehreren Standorten und gleichzeitigem Bedarf an Offline-Sicherheit.

Spezialformen: Self-Checkout & autonome Kassen

Neben den fünf Hauptarten gibt es zwei spezialisierte Formate, die zunehmend relevant werden:

  • Self-Checkout-Systeme: Kassenterminals, an denen Kunden ihre Einkäufe selbst scannen und bezahlen – typisch im Lebensmitteleinzelhandel und Drogeriemarkt. Mehr dazu in unserem Artikel über Self-Checkout-Systeme.
  • Autonome Kassen / Just-Walk-Out: Vollständig automatisierte Stores ohne Kassenpersonal (Amazon Go, autonome Dorfläden). Erkennen via Kamera und KI, was Kunden mitnehmen. Mehr Details in unserer Übersicht zu autonomen Kassensystemen.

Meldepflicht: Was für alle Kassenarten gilt

Unabhängig davon, für welche Art von Kassensystem du dich entscheidest, gilt seit dem 1. Januar 2025 eine Mitteilungspflicht nach § 146a Absatz 4 AO: Jedes elektronische Aufzeichnungssystem mit TSE muss dem Finanzamt elektronisch über “Mein ELSTER” bzw. die ERiC-Schnittstelle gemeldet werden. Vor dem 1. Juli 2025 angeschaffte Systeme mussten bis zum 31. Juli 2025 gemeldet werden – aus heutiger Sicht (Juni 2026) also längst Bestandspflicht. Ab dem 1. Juli 2025 angeschaffte, gemietete oder geleaste Systeme sind innerhalb eines Monats nach Anschaffung zu melden; auch die Außerbetriebnahme einer Kasse ist mitzuteilen. Es sind stets alle Systeme einer Betriebsstätte in einer einheitlichen Mitteilung anzugeben. Die Details zur TSE-Pflicht und zur Meldung erklären wir im Artikel zur KassenSichV und TSE.

Welche Kassensystem-Art passt zu welchem Betrieb?

BetriebstypEmpfohlene ArtKonkrete Anbieter
Solo-Selbstständige, MarktstandMobile KasseSumUp
Café, kleines BistroiPad-Kasseorderbird, SumUp Kasse Pro
Restaurant mit 50+ PlätzeniPad-Kasse oder Hybridorderbird, Lightspeed Restaurant
Lieferdienst, Quick-ServiceCloud-PlattformSIDES
Gastronomie/Handel mit Offline-BedarfHybrid/All-in-OnePOSSUM
Großgastronomie, BäckereiStationäres TerminalVectron
Einzelhandel kleinflächigiPad-Kasse oder CloudLightspeed, Square
Filialhandel (3+ Stores)Cloud oder HybridLightspeed, Vectron + bonVito
Friseur, Kosmetik, PraxisSpezial: Termin + KasseShore
Foodtruck, Pop-up-StoreMobile KasseSumUp

Die wichtigsten Entscheidungskriterien

Statt nach dem “besten” Kassensystem zu suchen, beantworte zuerst diese fünf Fragen:

  1. Wie hoch ist mein Transaktionsvolumen? Unter 50/Tag reicht eine mobile Kasse; ab 200/Tag profitierst du von einer iPad- oder stationären Lösung.
  2. Wo arbeitet meine Kasse hauptsächlich? Stationär, mobil oder beides? Das engt die Auswahl bereits stark ein.
  3. Welche Schnittstellen brauche ich? Warenwirtschaft, Buchhaltung via DATEV, Online-Shop, Lieferdienste?
  4. Wie wichtig ist Offline-Betrieb? In Branchen mit instabiler Internetverbindung (manche Marktstände, ländlicher Raum) ist eine Hardware-TSE Pflicht.
  5. Welches Service-Niveau brauche ich? Self-Service-Cloud oder lokaler Fachhändler vor Ort?

Wenn du diese fünf Fragen klar beantwortet hast, reduziert sich die scheinbar unübersichtliche Anbieter-Landschaft meist auf 2-3 sinnvolle Kandidaten. Für den nächsten Schritt empfehlen wir unsere Vergleichstabelle aller getesteten Kassensysteme und – falls du wechseln willst – unseren Leitfaden zum Umstieg auf ein neues Kassensystem.

Fazit: Erst die Art wählen, dann den Anbieter

Die wichtigste Erkenntnis: Du wählst nicht zuerst einen Anbieter, sondern zuerst eine Art von Kassensystem. Wer einen Foodtruck betreibt, braucht keine Vergleichstabelle mit Profi-Hardware-Terminals. Wer eine 5-Filialen-Bäckerei führt, wird mit einer mobilen Smartphone-Kasse nicht glücklich.

Sobald du die richtige Kategorie identifiziert hast, sind innerhalb dieser Kategorie meist 2-3 Anbieter eng beieinander – und dann entscheiden Preis, Service-Qualität und persönliche Präferenz. Unsere Kassensystem-Vergleichsseite hilft dir bei der konkreten Auswahl innerhalb der jeweiligen Kategorie.

Häufige Fragen

Wie viele Arten von Kassensystemen gibt es?
Funktional unterscheidet man fünf Hauptarten: mobile Kassen (Smartphone-basiert), iPad/Tablet-Systeme, stationäre Hardware-Terminals, reine Cloud-Lösungen und Hybrid-Systeme (Cloud + lokale Hardware). Daneben gibt es Spezialformen wie Self-Checkout-Systeme und autonome Kassen ohne Personal.
Welche Kassensystem-Art ist die günstigste?
Die mobile Kasse auf Smartphone-Basis (z.B. SumUp) hat die niedrigsten Einstiegskosten: Der Kartenleser kostet einmalig ca. 39 €, die App ist kostenlos, monatliche Fixkosten gibt es nicht – nur transaktionsbasierte Gebühren von ca. 1,39 % pro Kartenzahlung.
Was ist der Unterschied zwischen Cloud-Kasse und stationärer Kasse?
Cloud-Kassen speichern Daten primär auf Servern des Anbieters; du brauchst eine Internetverbindung für vollen Funktionsumfang. Stationäre Kassen arbeiten lokal auf der Hardware und funktionieren auch offline. Cloud-Lösungen sind einfacher zu skalieren, stationäre Systeme robuster gegen Internetausfälle.
Welche Kassenart eignet sich für die Gastronomie am besten?
Für die Gastronomie haben sich iPad-Systeme wie orderbird etabliert, die Tischverwaltung, Küchen-Display-Anbindung und Lieferdienst-Integration bieten. Für größere Restaurants oder Ketten kommen auch stationäre Profi-Systeme wie Vectron oder Cloud-Hybride wie Lightspeed Restaurant in Frage.
Brauchen alle Kassenarten eine TSE?
Ja. Seit Inkrafttreten der Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) muss jedes elektronische Kassensystem mit einer zertifizierten Technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) ausgestattet sein – egal ob mobile Kasse, iPad-System oder stationäres Terminal. Cloud-TSE oder Hardware-TSE sind beide zulässige Varianten.

Passende Kassensysteme

Direkt zu den Testberichten der für dieses Thema relevanten Systeme:

SumUp

4/5

SumUp ist der perfekte Einstieg für Kleinunternehmer und Selbstständige, die ein unkompliziertes Kassensystem ohne monatliche Grundgebühr suchen.

ab 0 € Cloud-TSE

Lightspeed

4.4/5

Lightspeed ist die Premium-Wahl für wachsende Einzelhändler und Gastronomiebetriebe, die ein skalierbares System mit starker Warenwirtschaft benötigen.

ab 59 €/Mo. Cloud- & Hardware-TSE

orderbird

4.2/5

orderbird ist die Top-Wahl für Gastronomiebetriebe, die ein modernes iPad-Kassensystem mit Cloud-TSE und starken Integrationen suchen.

ab 29 €/Mo. Cloud-TSE

Vectron

4.1/5

Vectron überzeugt mit robuster Hardware und maximaler Anpassbarkeit – ideal für Betriebe, die auf Langlebigkeit und lokalen Service setzen.

ab 49 €/Mo. Hardware-TSE

Shore

3.9/5

Shore kombiniert Terminbuchung und Kassensystem in einer Lösung – ideal für Friseure, Kosmetikstudios und andere Dienstleister.

ab 39 €/Mo. Cloud-TSE

POSSUM

4.3/5

POSSUM von der Heimpel GmbH bietet robuste All-in-One-Kassen mit integrierter Kartenzahlung ohne Terminal-Fixkosten, vollständigem Offline-Betrieb und persönlichem 365-Tage-Support – eine fair kalkulierte Wahl für Gastronomie, Handel und Dienstleistung.

ab 39 €/Mo. Hardware-TSE

SIDES

4.2/5

SIDES aus Berlin ist eine durchdachte All-in-One-Plattform für die digitale Gastronomie – Kasse mit Cloud-TSE, provisionsfreier Webshop, native Lieferportal-Integration, Self-Order-Terminals und Küchenmonitor aus einer Hand. Besonders stark für Lieferdienste, Quick-Service und Franchise-Betriebe.

ab 74 €/Mo. Cloud-TSE